Hugo Wolf kommt am 13. März 1860 in Slovenj Gradec als drittes Kind der deutschsprachigen Familie des Gerbers und angesehenen Stadtbürgers und Musikenthusiasten Filip Wolf und seiner Frau Katarina (geb. Nussbaumer) zur Welt. Bereits in der Vorschulzeit spielt er Klavier und Violine und gilt als musikalisches Wunderkind mit einem absoluten Gehör. Den ersten Musikunterricht erteilen ihm sein Vater und der Hauslehrer Sebastian Weixler, dazu zählt auch das Spielen der zweiten Violine im Hausorchester seines Vaters. Nach Besuch der zweisprachigen vierjährigen Volkschule in Slovenj Gradec setzt er seine Schulbildung am Gymnasium in Graz fort, danach in St. Paul im Lavanttal, und schließlich erfolglos auch in Maribor. Aufgrund der gescheiterten Ausbildung kehrt er vor Ende des Schuljahrs 1875 nach Slovenj Gradec zurück. Er studiert die Wiener Klassiker und in Maribor entstehen die ersten Musikstücke: eine Klaviersonate, Klaviervariationen, fünf Lieder, darunter vier nach Gedichten von Goethe, einige Skizzen für Streichquartett und Chorlieder.

Hugos Überzeugung, dass er nur für die Musik leben möchte, trägt Früchte. Die Schwester seines Vaters, Katarina, ist bereit, den vielversprechenden Neffen in ihrer Wohnung in Wien aufzunehmen, da bereits ihre Töchter Anna und Ida das Konservatorium besuchen. Hugo schließt das erste Jahr mit Erfolg ab, wird aber im zweiten Jahrgang wegen eines Disziplinverstoßes vom Konservatorium verwiesen. Er zieht nach Slovenj Gradec, wo er im Sommer 1877 die ersten Chorlieder- und Liederzyklen (Wanderlied) schreibt. Fest entschlossen, es zu schaffen, kehrt er im November 1877 nach Wien zurück, wo er sich, nicht einmal achtzehn Jahre alt, mit Syphilis infiziert, einer Krankheit, die bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1903 sein Leben und Werk prägt.

Die schöpferischste Periode in seinem Leben hat Wolf in der Zeit zwischen 1888 und 1891 als er sich zwischen Österreich und Deutschland hin- und herbewegt: Im Jahr 1888 komponiert er das erste der unsterblichen Lieder nach Gedichten von Eduard Mörike (in diesem Jahr vertont er ganze dreiundvierzig Gedichte), im selben Jahr folgen mehrere öffentliche Konzertabende mit seinen Liedern; 1889 entstehen die ersten Lieder aus dem Goethe-Zyklus; im Jahr 1890 reist er mehrmals durch Deutschland, wo er sich einen gewichtigen Bekanntenkreis schafft (z. B. Ludwig Strecker, den Leiter des bedeutenden Schott Verlags; dessen Veröffentlichungen der Liederbücher ermöglichen es schließlich, Wolfs Schaffen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.)

Aufgrund des Fortschreitens seiner Krankheit folgt eine unschöpferische Zeit zwischen den Jahren 1891 und 1895. Die Jahre der Unproduktivität resultieren in einer neuen Version von Alarcons Dreispitz-Bearbeitung (später umbenannt in Der Corregidor) im Jahr 1895, die erst posthum zwischen 1902 und 1906 ihr Publikum in vollem Ausmaß erobert. In den letzten fünf Jahren seines Lebens wird Hugo Wolf wegen seiner fortschreitenden Krankheit in der besten Abteilung der Niederösterreichischen Landesirrenanstalt in Wien stationär behandelt, wo er am 22. Februar 1903 auch stirbt.